Am Devisenmarkt kriegt der Euro Franken Kurs kein Bein auf den Boden. Die drohenden Abstufungen von Frankreich und Österreich lässt die Euro Kursentwicklung auf 1,2062 CHF in den Keller rauschen. Damit steht die Gemeinschaftswährung so tief wie zuletzt am 20. September 2011. Gleichzeitig verteuert sich der Schweizer Franken auf 0,8290 Euro.
Obwohl noch nicht offiziell bestätigt, ist bereits durchgesickert, dass Frankreich seine Top-Bonitätsnote „AAA“ verlieren dürfte. Die inzwischen strengste der drei großen Ratingagenturen, Standard & Poor’s, wird wahrscheinlich auch Österreich das „Triple-A“ wegnehmen. Deutschland, die Niederlande, Finnland und Luxemburg blieben damit die letzten Mohikaner im Euroraum mit „AAA“ Kreditwürdigkeit.
Unterdessen kann die Schweizerische Nationalbank (SNB) einen trügerischen Etappensieg einfahren. Die 105-jährige Notenbank schließt das Jahr 2011 mit einem Gewinn von 13 Milliarden Sfr ab. Fünf Milliarden gehen auf den steigenden Goldpreis zurück, der zu einer Werterhöhungen der Goldreserven der SNB führt. Acht Milliarden hauptsächlich auf den Euro Franken Kurs.
Durch die künstliche Aufwertung des Euros und der Abwertung des Schweizer Frankens in Verbindung mit der Festlegung eines Mindestkurses bei EUR/CHF 1,2000, sind die Fremdwährungsreserven der Nationalbank mehr wert als im Vorjahr. Dies könnte sich jedoch rasch ändern, sollten die eidgenössischen Währungshüter nicht länger in der Lage sein, den Mindestkurs aufrecht zu erhalten. Insofern tanzt die Schweiz derzeit auf einer Rasierklinge.
Der Euro Franken Kurs steht kurz vor dem Sprung unter 1,2000. Die Verteidigungshändler der Nationalbank müssen fast rund um die Uhr den Eurokurs CHF im Auge haben. Spekulanten werden versuchen, den Mindestkurs zu knacken, wenn die Liquidität recht dünn, ist wie beispielsweise nach Handelsschluss an der Wall Street und vor der Öffnung der asiatischen Märkte. Zum Leidwesen der SNB hat der Devisenmarkt 24 Stunden am Tag geöffnet.