Der Euro Franken Wechselkurs fällt auf ein Vier-Monats-Tief. So drückt der Schweizer Franken den Euro auf 1,20605 auf der EBS Handelsplattform. Damit unterbietet die Kursentwicklung das vorherige Tief vom Freitag, dem 13. Januar 2012, bei EUR/CHF 1,2063. Die eidgenössische Währung kann vor Kraft kaum laufen und kostet aktuell 82,92 Euro-Cents.
Unterdessen zieht die Schweizerische Nationalbank (SNB) eine weitere Linie in den Sand. Neben dem Mindestkurs bei EUR/CHF 1,2000 verteidigt die SNB mit aller Kraft die Marke bei EUR/CHF 1,2060. Devisenhändler haben umfangreiche Käufe des Euros und Verkäufe des Frankens der Nationalbank beobachtet, als der Euro Franken Kurs drohte unter 1,2060 abzurutschen.
SNB-Interims-Präsident Thomas Jordan wiederholte, dass er den Mindestkurs mit aller Konsequenz durchsetzen werde. Nach dem Rücktritt von Notenbankchef Philipp Hildebrand waren Zweifel aufgekommen, ob die Nationalbank uneingeschränkt an der Wechselkursuntergrenze festhalte. Allerdings gebe es zu ihr momentan keine Alternative, sagte Jordan in einem Interview mit der Neue Zürcher Zeitung (NZZ).
Paradox erscheint die Talfahrt beim Euro Franken Kurs, weil die Gemeinschaftswährung zur gleichen Zeit ihren steilen Anstieg gegenüber dem US-Dollar fortsetzt. So klettert der Euro Dollarkurs auf 1,3030 und steht so hoch wie zuletzt am 4. Januar 2011. Italiens Ministerpräsident Mario Monti fordert eine Aufstockung des ständigen Rettungsschirms (ESM) von 500 Milliarden auf eine Billion Euro und wird durch EZB-Präsident Mario Draghi und IWF-Chefin Christine Lagarde unterstützt.
Deutschland sperrt sich bisher gegen weitere Garantien und so forderte der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble die Euroländer dazu auf, die Beschlüsse des letzten EU-Gipfels vom Dezember 2011 umzusetzen. Berlin will seine „Stabilitätsunion“ und wird am Ende wohl zähneknirschend einer Erhöhung des deutschen Bürgschaftsrahmens zustimmen.