Montag, 30. Januar 2012

Aktueller Euro Franken Kurs bei 1,2042 macht alle ganz hibbelig


Am Devisenmarkt lässt der Schweizer Franken nicht locker. So fällt der Eurokurs auf 1,2042 Franken um 14:59 Uhr MEZ. Es handelt sich um das niedrigste Wechselkursniveau seit dem 15. September 2011. Gleichzeitig spitzt sich die Lage zu, weil sich bei EUR/CHF 1,2000 der von Schweizerischen Nationalbank (SNB) verhängte Mindestkurs befindet. Starten Spekulanten nun ihre Attacke?

Devisenexperten von Barclays und der japanischen Großbank Nomura rechnen offenbar nicht mit einer Hedge Fonds Attacke. Beide Geldhäuser setzen auf einen Anstieg beim Euro Franken Kurs und empfehlen ihre Kunden zwischen EUR/CHF 1,2020 und 1,2060 Kaufpositionen aufzubauen, berichtet die Nachrichtenagentur Dow Jones.

Besonders aggressiv ist dabei die Nomura Niederlassung in London. Dort verdoppelt man seine Euro Franken Long-Positionen bei 1,2060 und hält an seinem Zielkurs von 1,2450 fest. Um auf Nummer sicher zu gehen, platziert man einen Stop-Loss bei EUR/CHF 1,1990. Barclays Capital ist mit einem Zielkurs-Korridor zwischen 1,2200 und 1,2245 ein wenig konservativer.

Derweil hält die Nationalbank an ihrem passiven Interventionsstil fest. Anstatt durch umfangreiche Franken-Verkäufe ein wenig mehr Luft zwischen Wechselkursuntergrenze und aktuellen Euro Franken Kurs zu bringen, beschränkt man sich darauf nur das Nötigste zu tun, um den Mindestkurs durchzusetzen.

Dies birgt erhebliche Risiken, meinen Marktbeobachter. Wenn die Verteidigungshändler der SNB einen Moment unachtsam sind, könnten Spekulanten den Mindestkurs attackieren. Sollte die Marke bei EUR/CHF 1,2000 reißen, würde die Schweizerische Nationalbank einen großen Glaubwürdigkeitsverlust erleiden, weil sie stets betonte, notfalls unbegrenzt Franken zu drucken, um die Untergrenze zu verteidigen.