Der Eurokurs stabilisiert sich und tendiert Richtung 1,22 CHF. Trotz einer überraschenden Leitzinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) ist zu keinen Zeitpunkt die Wechselkursuntergrenze bei 1,20 CHF in Gefahr. Darüber hinaus überschlagen sich die Geschehnisse an den Finanzmärkten, nachdem Bundeskanzlerin Merkel und Frankreichs Staatspräsident Sarkozy die Tür für einen Austritt Griechenlands aus der Eurozone öffnen. Dies war bisher ein Tabu auf höchster politischer Ebene.
Nachdem der Eurokurs auf 1,2128 CHF zurückgefallen war an den asiatischen Devisenbörsen und ein Fünf-Wochen-Hoch markiert hatte, folgte ein Kehrtwende. Die Euro Kursentwicklung kletterte zeitweise auf 1,2167 CHF und steht um 15:44 Uhr MEZ bei EUR/CHF 1,2154. Damit kostet die eidgenössische Währung umgerechnet 0,8228 Euro. Der Dollarkurs CHF macht sich ebenfalls auf den Weg nach oben. Der Wechselkurs kletterte von USD/CHF 0,8784 auf 0,8893 (+1,24 Prozent).
EZB, Athen
Die Europäische Zentralbank (EZB) senkte den Leitzinssatz von 1,50 auf 1,25 Prozent und erstaunt langjährige Notenbank-Beobachter. So hat sich der neue EZB-Präsident Mario Draghi gleich zu Beginn seiner Amtszeit zu einer Verringerung des Schlüsselzinses entschieden, obwohl die Inflationsrate im Euroraum bei drei Prozent liegt. Den Zinsschritt begründete Draghi mit der Inflationsprognose 2012. So sei es absehbar, dass im nächsten Jahr die Teuerung unter die Marke von zwei Prozent zurückfalle.
Griechenland hält weiterhin die Finanzmärkte in Atem. Nach der angekündigten Volksbefragung machen Deutschland und Frankreich ernst und zeigen dem griechischen Premier Papandreou die gelbe Karte. So werden die Hilfszahlungen vorerst gestoppt. Darüber hinaus öffnet man die Tür für einen Austritt Griechenlands aus der Eurozone. Wenn Athen die Sparmaßnahmen nicht erfüllen wolle, könne es den Euroraum verlassen, kommuniziert die politische Führung der Eurogruppe.