Der Eurokurs tut sich weiterhin erheblich schwer gegenüber dem Schweizer Franken. Aktuell steht Euro Franken unter der Marke von 1,22 und ruft die Schweizerische Nationalbank (SNB) auf den Plan. In einem Interview mit der Zeitung „NZZ am Sonntag“ deutete SNB-Präsident Philipp Hildebrand weitere Maßnahmen bei der Wechselkursentwicklung an.
„Die SNB erwartet, dass der Frankenkurs abwertet“, prognostizierte Hildebrand. „Wenn es nicht so kommen sollte, könnte der Euro Franken Währungskurs zu deflationären Entwicklungen führen und schwer auf der Wirtschaft lasten. Man stehe bereit zusätzliche Schritte einzuleiten, falls Konjunktur und Deflation dies notwendig machen würden.
Im Zuge einer Verschärfung der Schuldenkrise tendiert der Euro Franken Wechselkurs aktuell nach unten. Nachdem der Euro ein Fünf-Monats-Hoch bei 1,2472 markiert hatte am 19. Oktober 2011, ging es kontinuierlich nach unten. Den Tiefpunkt dieses kurzfristigen Abwärtstrends erreichte der Euro nach der überraschenden Leitzinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) vom 3. November 2011 bei 1,2128 CHF.
Schuldenkrise
Im Euroraum geht es weiterhin drunter und drüber. Nach einem viel versprechenden EU-Gipfel vom 26./27. Oktober 2011 sorgte der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou für einen Paukenschlag. Er wolle sein Volk über die vereinbarten Sparmaßnahmen erst abstimmen lassen. Die Verärgerung in der Eurogruppe war so groß, dass man erstmals in der Öffentlichkeit von einem Austritt des maroden Mittelmeerlandes aus dem Euroraum sprach. Anschließend zog Papandreou die Volksabstimmung zurück.
Neben Griechenland steht Italien im Fokus der Öffentlichkeit. So muss die italienische Regierung Rekordzinsen zahlen, um sich frisches Geld am Fremdkapitalmarkt zu besorgen. Gleichzeitig weichte Ministerpräsident Berlusconi von denen auf dem EU-Gipfel vereinbarten ambitionierten Sparanstrengungen ab und präsentierte auf dem EU-Gipfel in Cannes nur halbherzige Gesetzesvorlagen.