Am Devisenmarkt rauscht der Eurokurs unter die Marke von 1,23 Schweizer Franken und markiert ein Zwei-Wochen-Tief. Die Schuldenkrise wird intensiver. So scheiterte eine Platzierung von deutschen Bundesanleihen. Gleichzeitig sorgt der Zwist zwischen Berlin und Brüssel über die Einführung von gemeinsamen Staatsanleihen (Eurobonds) für Unruhe. Banken-Probleme aus der Eurozone intensivieren die Verluste der Gemeinschaftswährung.
Der Euro CHF Kurs fiel von 1,2440 auf 1,2260 (-1,45 Prozent) zwischen dem 17. November und dem 23. November 2011. Auch die Aktienmärkte rauschten in den Keller im Zuge der sich immer weiter abbauenden Risikobereitschaft. Das Schweizer Börsenbarometer SMI sank von 5,685,80 auf 5.386,14 Zählern (-5,27 Prozent), während der deutsche Aktienindex DAX von 6.057,03 auf 5.457,77 Punkte (-9,89 Prozent) in den vergangenen Handelstagen sank.
Deutschland bekommt die Schuldenkrise zu spüren. Die Bundesfinanzagentur konnte bei einer Platzierung von zehnjährigen Staatsanleihen nur 3,65 Milliarden Euro erlösen, anstatt des ursprünglich geplanten Emissionsvolumens von sechs Milliarden. Investoren kneifen, weil ihnen der Zins von 1,98 Prozent zu niedrig ist. So liegt die deutsche Inflationsrate aktuell bei 2,50 Prozent. Wer die Schuldtitel des Bundes kauft, macht also unter dem Strich ein Minusgeschäft.
Aktuell kann sich der Euro CHF Kurs wieder ein wenig erholen und notiert bei 1,2290. Damit besitzt die eidgenössische Währung einen Gegenwert von 0,8137 Euro. Aufgrund des Thanksgiving-Wochenendes in den Vereinigten Staaten rechnen Händler mit nachhaltigen Kursausschlägen an den Aktien- und Devisenmärkten erst in der nächsten Woche.
Unterdessen erhält der Euro Rückenwind von der deutschen Wirtschaft. Das Ifo Geschäftsklima fällt besser aus als erwartet und sorgt für einen positiven Paukenschlag in der Investoren-Welt. So klettert der Ifo um 0,2 auf 106,6 Punkte im Berichtsmonat November 2011. Analysten hatten mit einem Rückgang auf 105,3 Punkte gerechnet.