Politiker und Unternehmer drängen die Schweizerische Nationalbank (SNB) den Mindestkurs nach oben anzupassen. Seit dem 6. September 2011 gilt für den Euro CHF Kurs eine Wechselkursuntergrenze bei 1,2000. Aktuell Statistiken der Nationalbank zeigen, dass die Währungshüter bisher wenig Mühe hatten, den Mindestkurs zu verteidigen.
Die Schweizer Großbank UBS schätzt, dass die SNB fünf Milliarden Sfr aufwendete im September 2011, um den Mindestkurs zu verteidigen. Damit sind die Währungshüter deutlich günstiger weggekommen als befürchtet. Allerdings weckt die spielerische Leichtigkeit mit der die Nationalbank offenbar die Euro CHF Kursentwicklung kontrollieren kann auch Begehrlichkeiten.
Massiv überbewertet
„Man wäre über eine Weihnachtsgeschenk in Form einer Anhebung der Euro CHF Wechselkursuntergrenze auf 1,3000 sehr glücklich“, sagte der Chef des Dachverbandes der Schweizer Wirtschaft (Economiesuisse), Gerold Bührer. Der Schweizer Franken sei aktuell weiter überbewertet und würde den Unternehmen schaden, so Bührer.
Devisenstrategen rechnen nicht mit einem schnellen Kurswechsel der Nationalbank. Damit würden sich die Notenbanker unglaubwürdig machen. Eine Anhebung der Wechselkursuntergrenze auf Euro CHF 1,25 oder 1,30 sei erst im ersten Quartal 2012 vorstellbar. Die SNB müsse auch warten bis sich die Schuldenkrise im Euroraum abmildert, um nicht auf dem falschen Fuß erwischt zu werden.
Wenn sich die Lage im Euroraum weiter zuspitzt, wäre die Verteidigung eines höher liegenden Mindestkurses deutlich aufwendiger und teurer. Darüber hinaus setzt die SNB darauf, dass der Euro CHF Kurs aus eigener Kraft aufwertet. Die eidgenössischen Notenbanker lassen sich dabei auch von Politikern nicht aus der Ruhe bringen. So sagte Wirtschaftsminister Schneider-Ammann, dass der Franken immer noch massiv überbewertet sei.